Pressestimmen

Kleine Sängerin, großer Gitarrist

Jimmy Reiter, Nachfolger von Gregor Hilden in der Band, eroberte die Fans

08.05.2008 • Von Jürgen Klammer

BERGKAMEN Sie mischte das Publikum am Mittwochabend auf: Kellie Rucker, 152 Zentimeter große, quicklebendige Sängerin und Bluesharp-Spielerin, war eine echte Überraschung bei der Bluesnight im Schmülling-Saal. Der neue Gitarrist Jimmy Reiter - Gregor Hilden hat die Bluesnight Band bekanntlich verlassen - sorgte allerdings ebenso für "Aha-Momente" beim Publikum.

Wie groß kleine Frauen auf der Bühne werden können, weiß der geneigte Musikfreund spätestens seit Suzie Quattro mit Röhre und viel zu großer Gitarre um den Hals das Publikum begeisterte. Kellie Rucker kann das auch. Gut, mit der Bluesharp spielt sie ein Instrument, das von der Größe her passt. Aber wie sie spielt und vor allem auch singt, bei ihrer Bühnenpräsenz springt der Funke über.

Ihre Stimme eignet sich sowohl für ruhige Titel als auch für richtig druckvolle Stücke, in denen sie gesanglich alles gibt. Seit über 20 Jahren tourt Rucker in Sachen Blues und Rootsmusic und spielte schon mit zahlreichen Musikgrößen von Dizzy Gillespie über Albert Collins bis ZZ Top.

Und sie zeigt bei jedem Song, dass ihr die Arbeit auf der Bühne ungeheuren Spaß macht. Meist mit druckvollem Gesang, die Augen sind fast immer geschlossen. Auch an der Bluesharp gibt sie richtig Gas.

Für den Bluesnight-Abend hatte man natürlich Titel zusammengestellt, in denen nicht nur Kellie Rucker ihr ganzes Potenzial zeigen konnte. Galt es doch auch den neuen Gitarristen mit passenden Soli gleich richtig vorzustellen.

Natürlich hatten etliche Bluesnight-Fans der ersten Stunde fast sichtbar die Fragezeichen in den Augen. Was kommt nach Gregor Hilden, wie ist "der Neue", kann er überzeugen? Spätestens beim Schlussakkord des letzten Titels waren die Fragen beantwortet. Der Mann ist nicht nur an der Gitarre richtig gut, Reiter singt auch und hat eine ganz andere Bühnenpräsenz als Hilden. Reiter und Hilden sind zwei völlig unterschiedliche Charaktere. Hilden ist eher der introvertierte Typ, an der Gitarre sehr gut. Aber halt nicht unbedingt jemand, der von der Bühne aus mit dem Publikum kommuniziert. Ganz anders Reiter. Die Gitarre perfekt beherrschend, gesanglich gut drauf, ist er von Introvertiertheit so weit entfernt wie der Mond von der Erde. Reiter nimmt sein Publikum mit und lässt es dann auf der Bühne richtig krachen.

Tommy Schneller hatte zur Begrüßung noch gefrotzelt: "Nach dem Weggang von Hilden haben wir ungefähr vier Sekunden überlegt, bis wir einen Ersatzmann hatten."

"Jimmy ist Schüler von Tosho von der Blues Company", meinte Bassist Olli Geselbracht im Gespräch, "du wirst sehen, er passt unglaublich gut zu unserer Band. Zukünftig werden wir den Gaststars noch breiteren Raum geben, sich bei den Konzerten ihren Vorstellungen entsprechend zu präsentieren". Ohne Gregor Hildens Fähigkeiten in Frage zu stellen, der neue Gitarrist ist eine echte Bereicherung.

Quelle: Der Westfälische Anzeiger (http://www.wa-online.de)

Jimmy Reiters Premiere bei Greg's Bluesnight

Von Axel Engels am 8. Mai 2008 07:41 Uhr

EMSDETTEN Der Neue war da: Jimmy Reiter stand jetzt erstmals bei Greg's Bluesnight auf der Bühne. Und er begeisterte das Publikum im Lichthof.

Gregor Hilden hat nach fast zehn Jahren Greg's Bluesnight seine Gitarre eingepackt, um in Zukunft verstärkt andere musikalische Wege zu gehen.Das kann man nur bedauern, gleichzeitig ist dies natürlich kein Grund, ein solch erfolgreiches Konzept sterben zu lassen. Schließlich sind die anderen Musiker der Band auf ihrem Gebiet auch Könner, die nun ohne ihr Zugpferd auch die Richtung der Bluesnight-Reihe neu überdenken können.

Neuer Mann an den Saiten

Was jetzt dem Publikum im Lichthof geboten wurde, ließ aufhorchen. Solch erdigen, ursprünglichen Blues hatte man von dieser Formation lange nicht mehr gehört. Zusammen mit dem neuen Mann an den Saiten galt es, zu altbekannten Klang-Ufern zurückzukehren.

Führender Gitarrist mit Osnabrücker Wurzeln

Jimmy Reiter ist kein unbekannter in der Jazzszene. Er gilt als der führende Gitarrist mit Osnabrücker Wurzeln. Mit den anderen Bandmitgliedern verbindet ihn eine Freundschaft und Zusammenarbeit, die seit Musikschultagen besteht.Die so gewachsene Kommunikation prägte den Sound an diesem Abend: Da erhielt Bassist Olli Gee auf einmal viel mehr Spielraum für gekonnte Zwischenimprovisationen, da klappte der Kontakt zwischen Jimmy Reiter und Tommy Schneller ohne Konkurrenzkampf auch auf gesanglichem Gebiet.

Kellie Rucker sang sich in die Herzen der Fans

Für die leider diesmal nicht so vielen Besucher war der Gaststar Kellie Rucker keine Unbekannte, sie hatte im letzten Jahr mit ihrer Stimme und ihrer Bluesharp in der Villa Nova für Furore gesorgt. Ihrer Präsenz konnte man sich nicht entziehen, sympathisch sang und spielte sie sich in die Herzen der Fans.

Ihre Balladen gingen unter die Haut

Ihr "Take Me As I Am" war bezeichnend für ihre tollen Balladen, die unter die Haut gingen.Kellie Rucker lebt das, was sie singt. Mit groovendem Sound erklang da "Ain't Scared Of Nothin' But Love". Bei Hits wie "I Hear You Knocking" tobte der Lichthof. Jimmy Reiter und Tommy Schneller passten wunderbar zu diesem charismatischen Engergiebündel, das einfach nicht zu stoppen war. Denn immer wieder forderte sie die Bluesnightband heraus, da kam zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Nicht kopflastig bestimmt, sondern mit überschäumendem Temperament sang sie ihre Songs. Der Klang ihrer Bluesharp erfüllte den Raum.

Ursprünglicher Blues

Solch ursprünglichen Blues ließen sich die Zuhörer gerne gefallen, da war der für viele zu plötzliche Weggang von Gregor Hilden nicht mehr ganz so schmerzhaft. Jeder Neuanfang beinhaltet schließlich auch Chancen für neue Wege, für die Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln. Auf die nächste Bluesnight im Juni darf man bereits jetzt neugierig sein. Axel Engels

Quelle: Emsdettener Volkszeitung (http://www.emsdettenervolkszeitung.de)
 
jankarow.de jimmyreiter.de